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OÜ vs. Freiberufler/GmbH

14 min read

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e-Residency statt Freiberufler oder GmbH? Der ehrliche Vergleich für deutsche Gründer

e-Residency vs. Freiberufler und GmbH: 14-42 % Einkommensteuer, ~30 % plus 26,375 % bei der GmbH, 0 % thesauriert bei der OÜ – was für Sie wirklich passt.

e-Residency vs. Freiberufler und GmbH: 14-42 % Einkommensteuer, ~30 % plus 26,375 % bei der GmbH, 0 % thesauriert bei der OÜ – was für Sie wirklich passt.

Sie sind Freiberufler oder überlegen, eine GmbH zu gründen, und irgendwo im Netz hat jemand geschworen, e-Residency statt Freiberufler oder GmbH bedeute praktisch 0 % Steuern über eine estnische OÜ. Bevor Sie irgendetwas anmelden, hier die ehrliche Version: Wer in Deutschland lebt und arbeitet, wählt in der Praxis zwischen Freiberufler-Status, einer GmbH und, nur in bestimmten Fällen, einer estnischen OÜ. Und die estnischen 0 % überleben den Kontakt mit deutschem Steuerrecht meistens NICHT, wenn Sie Deutschland nie wirklich verlassen. Dieser e-Residency vs. GmbH Vergleich zeigt Ihnen an echten Zahlen, was besteuert wird, welche Sätze 2026 gelten, wie aufwendig Gründung und Verwaltung sind – und in welchen Fällen Estland wirklich etwas bringt.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Freiberufler: Sie zahlen deutsche Einkommensteuer auf Ihren Gewinn, progressiv von 14 % bis 42 % (ab 277.825 € sogar 45 %), aber keine Gewerbesteuer. Das ist die einfachste und günstigste Struktur.

  • GmbH: Die Gesellschaft zahlt rund 30 % auf Unternehmensebene (Körperschaftsteuer 15 % + Soli 0,825 % + Gewerbesteuer 14 % bis 17 %). Schütten Sie sich Gewinn aus, kommen 26,375 % Abgeltungsteuer obendrauf – zusammen etwa 48 % bis 50 %.

  • Estnische OÜ: 0 % Körperschaftsteuer auf thesaurierte, reinvestierte Gewinne, 22 % (als 22/78) nur bei Ausschüttung. Gründung online für rund 265 € Staatsgebühr, Stammkapital ab 0,01 €.

  • Der Haken: Wer in Deutschland wohnt und die OÜ vom deutschen Schreibtisch aus führt, riskiert Ort der Geschäftsleitung (§10 AO), Betriebsstätte und Hinzurechnungsbesteuerung – die 0 % gelten dann meist nicht.

  • Fazit: Estland passt zu wirklich mobilen Gründern, zu Auswanderern oder zu echter Substanz vor Ort in Estland – nicht zu jemandem, der in Deutschland sitzen bleibt.

Warum es auf Ihren Wohnort ankommt – nicht auf das Register

Der wichtigste Fakt zuerst: Wo eine Gesellschaft steuerlich zu Hause ist, entscheidet ihr tatsächlicher Ort der Geschäftsführung – nicht das Register, in dem sie eingetragen ist. e-Residency verschafft Ihnen eine sichere digitale Identität, mit der Sie ein EU-Unternehmen online führen; sie verlegt weder Ihre persönliche Steueransässigkeit noch automatisch die Ihres Unternehmens nach Estland. Sitzen Sie an Ihrem Schreibtisch in Hamburg, München oder Köln und treffen von dort aus jede unternehmerische Entscheidung, kann die deutsche Finanzverwaltung argumentieren, die Geschäftsleitung liege in Deutschland – mit der Folge, dass die Gesellschaft dort besteuert wird. Behalten Sie diesen Filter im Kopf, während Sie die drei Optionen unten durchgehen: Er trennt Marketing-Versprechen von steuerlicher Realität.

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Wie wird ein Freiberufler in Deutschland 2026 besteuert?

Als Freiberufler zahlen Sie deutsche Einkommensteuer auf Ihren Gewinn – und, entscheidend, keine Gewerbesteuer. Der Gewinn wird zu Ihrem übrigen Einkommen addiert und progressiv besteuert: 2026 gilt ein Grundfreibetrag von 12.348 €, danach steigen die Sätze von 14 % auf 42 % ab 69.878 €, und oberhalb von 277.825 € greift mit 45 % die sogenannte Reichensteuer. Zusätzlich kann der Solidaritätszuschlag von 5,5 % der Steuerschuld anfallen, aber erst, wenn die festgesetzte Einkommensteuer bei Einzelveranlagung etwa 20.350 € übersteigt – untere und mittlere Einkommen zahlen also keinen Soli. Der entscheidende Vorteil: Freie Berufe sind vollständig von der Gewerbesteuer befreit.

Der Haken liegt darin, wer überhaupt als Freiberufler gilt. Der Status ist einer definierten Liste freier Berufe vorbehalten – Ärzte, Anwälte, Steuerberater, Ingenieure, Architekten, Journalisten, Übersetzer, viele IT-Berater und Entwickler, Designer und ähnliche wissensbasierte Tätigkeiten. Fällt Ihre Tätigkeit stattdessen unter ein Gewerbe, sind Sie Gewerbetreibender und schulden Gewerbesteuer, wobei Einzelpersonen einen Freibetrag von 24.500 € erhalten und der Großteil der Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer angerechnet wird. Für echte Freiberufler bleibt das Bild erfreulich schlank.

  • Einkommensteuer auf den Gewinn: 14 % bis 42 %, ab 277.825 € sogar 45 % (2026).

  • Solidaritätszuschlag: 5,5 % der Einkommensteuer, nur in höheren Einkommensbereichen.

  • Gewerbesteuer: keine für freie Berufe.

  • Umsatzsteuer: regulär 19 %, mit Kleinunternehmerregelung möglich, wenn der Vorjahresumsatz 25.000 € nicht überstieg und der laufende Umsatz unter 100.000 € bleibt.

  • Gründung: einfache Anmeldung beim Finanzamt, praktisch kostenlos, in wenigen Tagen erledigt.

Wie wird eine GmbH 2026 besteuert?

Eine GmbH ist ein eigenes Steuersubjekt, und ihr Gewinn wird zweimal besteuert: einmal auf Unternehmensebene, ein zweites Mal, wenn er bei Ihnen ankommt. Auf Unternehmensebene fallen Körperschaftsteuer von 15 % an, dazu der Solidaritätszuschlag von 0,825 % (5,5 % der Körperschaftsteuer) sowie Gewerbesteuer, deren Höhe vom Hebesatz Ihrer Gemeinde abhängt. Die Gewerbesteuer liegt real zwischen etwa 14 % und rund 17 %, sodass die kombinierte Unternehmensbelastung bei etwa 30 % landet. Anders als eine Einzelperson erhält die GmbH keinen Gewerbesteuer-Freibetrag.

Die zweite Belastungsebene entsteht, sobald Sie sich Gewinn ausschütten lassen. Dividenden an eine natürliche Person werden pauschal mit 25 % Kapitalertragsteuer plus Solidaritätszuschlag besteuert – zusammen 26,375 % (etwas mehr mit Kirchensteuer). Rechnet man beide Ebenen zusammen, trägt voll ausgeschütteter GmbH-Gewinn eine Gesamtlast von rund 48 % bis 50 %. Der Vorteil ist real: Gewinn, den Sie im Unternehmen belassen, wird nur mit den rund 30 % Unternehmenssteuer belastet – Deutschlands eigene Version einer niedrigen Thesaurierungsquote –, und die Gesellschaft bietet echte Haftungsbeschränkung. Der Nachteil sind Kosten und Bürokratie, dazu gleich mehr.

  • Unternehmensebene: Körperschaftsteuer 15 % + Soli 0,825 % + Gewerbesteuer 14 % bis 17 % = rund 30 %.

  • Dividenden an Sie: 25 % + 5,5 % Soli = 26,375 % (zzgl. Kirchensteuer, falls anwendbar).

  • Voll ausgeschütteter Gewinn: rund 48 % bis 50 % Gesamtbelastung.

  • Mindeststammkapital: 25.000 €, davon mindestens 12.500 € einzuzahlen.

  • Gründung: notarielle Beurkundung plus Handelsregister-Eintrag, üblicherweise mehrere Wochen.

Wie wird eine estnische OÜ besteuert?

Eine estnische OÜ zahlt 0 % Körperschaftsteuer auf Gewinne, die sie einbehält und reinvestiert, und wird erst bei Ausschüttung fällig. Die Ausschüttungssteuer beträgt 22 %, berechnet als 22/78 der Nettozahlung – effektiv also 28,21 % des tatsächlich ausgezahlten Betrags. Die Umsatzsteuer liegt bei 24 % (seit 1. Juli 2025), sobald der Umsatz 40.000 € übersteigt, oder früher bei freiwilliger Registrierung. Die Gründung über das e-Business Register kostet online rund 265 € Staatsgebühr, das Mindeststammkapital liegt praktisch bei 0,01 €, und der Jahresbericht ist innerhalb von sechs Monaten nach Geschäftsjahresende fällig – ein Termin, den Gründer erstaunlich oft verpassen; was das kostet, lesen Sie hier.

Das ist die estnische Seite für sich genommen, und sie setzt voraus, dass das Unternehmen wirklich estnisch geführt wird und nicht vom deutschen Wohnzimmer aus. Als Nicht-Resident brauchen Sie zusätzlich eine estnische Geschäftsadresse und eine Kontaktperson, beides kostenpflichtige Services, und das Banking läuft praktisch über einen E-Geld-Anbieter (Wise, Revolut Business, Payoneer) statt über eine klassische estnische Bank, die reine Nicht-Residenten häufig ablehnt. Für die Frage, ob Sie sich später Gehalt oder Dividende auszahlen sollten, lohnt sich dieser Vergleich – nichts davon ist ein Ausschlusskriterium, wenn Estland wirklich das steuerliche Zuhause Ihres Unternehmens ist. Das Problem beginnt, wenn Sie in Deutschland wohnen bleiben und die OÜ als 0 %-Hülle behandeln wollen.

e-Residency ist eine digitale Identität, um ein EU-Unternehmen online zu führen – kein Ausstieg aus dem deutschen Steuerrecht. Wer in Deutschland wohnt und die Geschäfte vom eigenen Schreibtisch aus führt, dessen Gewinn besteuert in der Regel Deutschland, nicht Estland.

Der Haken, den niemand erwähnt: Wer in Deutschland bleibt, bleibt – und oft auch die OÜ

Hier kippt der Plan der meisten „Estland aus Deutschland“-Gründer. Solange Sie in Deutschland steuerpflichtig sind, werden Sie persönlich mit Ihrem Welteinkommen besteuert, und auch Ihre estnische Gesellschaft kann in die deutsche Besteuerung hineingezogen werden. Drei unabhängige deutsche Regeln können das jeweils auslösen – es reicht, wenn eine einzige greift.

Ort der Geschäftsleitung (§ 10 AO)

Findet die laufende Geschäftsführung der OÜ tatsächlich in Deutschland statt, behandelt das deutsche Recht – § 10 der Abgabenordnung – das Unternehmen so, als läge sein Geschäftsleitungssitz in Deutschland. Damit unterliegt die OÜ unbeschränkt der deutschen Körperschaft- und Gewerbesteuer auf ihren weltweiten Gewinn, exakt wie eine GmbH, nur jetzt mit doppeltem Verwaltungsaufwand für eine ausländische Gesellschaft. Für einen Solo-Gründer, der jede Entscheidung vom deutschen Homeoffice aus trifft, ist genau das der wahrscheinlichste Ausgang, und auch die Tie-Breaker-Regel im Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Estland und Deutschland verweist in der Regel auf den Ort der tatsächlichen Geschäftsleitung.

Betriebsstätte

Auch ohne vollständige Verlagerung des Geschäftsleitungssitzes kann bereits eine feste Geschäftseinrichtung in Deutschland – etwa Ihr Zuhause – eine deutsche Betriebsstätte begründen. Der Gewinn, der dieser Betriebsstätte zuzurechnen ist, wird dann in Deutschland besteuert. Sie brauchen dafür kein Büro anzumieten oder Personal einzustellen; es genügt oft schon, die Arbeit von Deutschland aus zu erledigen. Die Gesellschaft bleibt formal estnisch, aber ein Teil ihres Gewinns wird praktisch deutsch steuerpflichtig.

Hinzurechnungsbesteuerung

Die deutsche Hinzurechnungsbesteuerung nach dem Außensteuergesetz (AStG) rechnet niedrig besteuerte passive Einkünfte einer ausländischen Gesellschaft einem beherrschenden deutschen Gesellschafter zu und besteuert sie in Deutschland – auch dann, wenn nichts ausgeschüttet wurde. Ein Solo-Gründer mit 100 % Anteilen fällt eindeutig darunter, und die Niedrigsteuergrenze liegt inzwischen bei 15 % (seit 2024 gesenkt von 25 %), womit Estlands 0 % auf thesaurierte Gewinne klar darunter liegt. Echte aktive Geschäftstätigkeit entkommt meist über den Aktivitätskatalog, aber passive Einkünfte wie Zinsen, Lizenzgebühren, IP- und Beteiligungserträge sind exponiert. Der Steueraufschub, mit dem Sie bei thesaurierten Gewinnen kalkuliert haben, existiert für den passiven Teil Ihrer Einkünfte also oft schlicht nicht.

Zusammengenommen bedeuten diese drei Regeln für einen in Deutschland ansässigen Gründer, der eine OÜ von Deutschland aus führt, ehrlicherweise: deutsche Steuer auf die Gesellschaft, plus die Compliance-Kosten eines zweiten Landes obendrauf. Das ist schlechter als beide deutschen Optionen, nicht besser. Wann genau eine OÜ überhaupt zur Kasse gebeten wird, erklärt dieser Überblick zur estnischen Steuerpflicht im Detail.

e-Residency, Freiberufler oder GmbH: die Tabelle im Vergleich

Merkmal

Freiberufler (Deutschland)

GmbH (Deutschland)

Estnische OÜ (via e-Residency)

Was wird besteuert

Ihr persönlicher Gewinn

Unternehmensgewinn, dann Dividende an Sie

Nur ausgeschütteter Gewinn (im Prinzip)

Satz

14 % bis 42 % Einkommensteuer (45 % ab 277.825 €)

~30 % auf Unternehmensebene + 26,375 % auf Dividenden

0 % thesauriert / 22 % ausgeschüttet (als 22/78)

Gewerbesteuer

Keine

Ja, 14 % bis 17 % je nach Gemeinde

Keine in Estland (aber deutsche Gewerbesteuer möglich bei Geschäftsleitung aus Deutschland)

Solidaritätszuschlag

5,5 % der Einkommensteuer, nur höhere Einkommen

0,825 % auf Unternehmensebene + 5,5 % auf Dividendensteuer

In Estland nicht anwendbar

Umsatzsteuer

Deutsche 19 %; Kleinunternehmer befreit bis 25.000 € Vorjahresumsatz

Deutsche 19 %

Estnische 24 % ab 40.000 € Umsatz

Gründungskosten

~0 € (Anmeldung beim Finanzamt)

Notar + 25.000 € Stammkapital (min. 12.500 € eingezahlt)

~265 € Staatsgebühr, 0,01 € Stammkapital

Verwaltungsaufwand

Niedrig

Hoch (Jahresabschluss, Handelsregister, Notar)

Mittel (online, Jahresbericht, Kontaktperson)

Gründungsdauer

Tage

Wochen

~1 Werktag online

Wann Estland wirklich hilft

Solo-Freiberufler mit Wohnsitz in Deutschland

Haftungsschutz, Reinvestition, Personal in Deutschland

Sie sind mobil/wandern aus und haben echte Substanz in Estland

Was kosten Gründung und laufender Betrieb wirklich?

Bei der Gründung wirkt die estnische OÜ günstig, bringt im laufenden Betrieb aber wiederkehrende Posten mit, die ein Freiberufler nie sieht. Die folgenden Werte sind realistische Marktspannen für 2026, keine Festpreise; besonders Buchhaltungs- und Kontaktperson-Kosten schwanken mit Volumen und Anbieter – prüfen Sie aktuelle Angebote.

Posten

Freiberufler

GmbH

Estnische OÜ

Gründung

0-50 €

700-1.000+ € (Notar, Handelsregister)

~265 € Staatsgebühr

Mindestkapital

Keines

25.000 € (min. 12.500 € eingezahlt)

0,01 €

Buchhaltung pro Jahr

0 € (selbst) bis ~1.500 €

2.000-5.000+ €

600-2.400 €

Geschäftsadresse/Kontaktperson

Eigene Adresse

Eingetragener Sitz in Deutschland

200-500+ €/Jahr (für Nicht-Residenten Pflicht)

Jahresmeldung

Einkommensteuererklärung (Einnahmen-Überschuss-Rechnung)

Jahresabschluss + E-Bilanz

Jahresbericht innerhalb 6 Monate nach Geschäftsjahresende

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Ok, los geht's

Wann hilft eine estnische OÜ einem deutschen Gründer wirklich?

Estland ist in der richtigen Situation eine ausgezeichnete Struktur, und die richtige Situation ist durch Mobilität und Substanz definiert – nicht durch den Wunsch, deutsche Steuer zu sparen und trotzdem in Deutschland wohnen zu bleiben. Trifft eines der folgenden Merkmale auf Sie zu, kann eine OÜ eine starke, legitime Wahl sein.

  • Sie verlassen Deutschland tatsächlich, als digitaler Nomade oder durch Auswanderung, und wollen ein EU-Unternehmen, das Sie von überall online führen können.

  • Sie haben bereits echte estnische Substanz: einen lokalen Geschäftsführer, Personal oder tatsächlichen Betrieb aus Estland statt aus Ihrem deutschen Wohnzimmer.

  • Ihre Arbeit und Ihre Kunden sind vollständig ortsunabhängig, und Sie lassen sich nirgendwo dauerhaft als Steueransässiger nieder.

  • Sie wollen eine saubere EU-Gesellschaft mit Euro-Banking, englischsprachiger Verwaltung und einem transparenten öffentlichen Register, solange Sie zwischen Ländern unterwegs sind.

  • Sie testen ein neues Geschäftsmodell mit minimalen Gründungskosten und wollen frühen Gewinn zu 0 % reinvestieren, bevor Sie sich für einen Wohnsitz entscheiden.

Wann sollten Sie Freiberufler bleiben oder eine GmbH gründen?

Wenn Sie vorhaben, weiter in Deutschland zu leben und zu arbeiten, gewinnt fast immer eine der beiden deutschen Strukturen – sowohl steuerlich als auch organisatorisch. Die Wahl zwischen beiden richtet sich nach Haftung, Reinvestition und Größe.

  • Bleiben Sie Freiberufler, wenn Sie in Deutschland leben, solo in einem freien Beruf arbeiten und die leichteste Struktur ohne Gewerbesteuer wollen, mit Einkommensteuer zu Ihrem persönlichen Satz und minimalem Verwaltungsaufwand.

  • Gründen Sie eine GmbH, wenn Sie einen Haftungsschutz brauchen, stark reinvestieren und die rund 30 % Unternehmenssteuer auf thesaurierten Gewinn nutzen wollen, in Deutschland Personal einstellen oder Ihre Kunden einen gesellschaftsrechtlichen Vertragspartner verlangen.

  • In beiden Fällen vermeiden Sie den Widerspruch, dass eine ausländische Gesellschaft trotzdem in Deutschland besteuert wird – genau die Falle, die eine estnische OÜ für jemanden schafft, der Deutschland nie verlässt.

Das Fazit für Gründer mit Wohnsitz in Deutschland

Für einen Gründer, der in Deutschland lebt und das auch weiterhin vorhat, schlägt eine estnische OÜ selten den Freiberufler-Status oder die GmbH. Deutsche Regeln zum Ort der Geschäftsleitung und zur Hinzurechnungsbesteuerung holen den Gewinn meist zurück in die deutsche Besteuerung, und Sie zahlen zusätzlich die Compliance-Kosten eines zweiten Landes. Estland gewinnt dagegen klar im anderen Fall: wenn Sie wirklich mobil sind, aus Deutschland auswandern oder echte Substanz in Estland aufbauen. Dann ist eine OÜ, online in etwa einem Tag gegründet, mit 0 % Steuer auf reinvestiertem Gewinn und vollem EU-Zugang, eine der besten Strukturen Europas. In jedem Fall gilt: Klären Sie Ihre Ansässigkeit zuerst mit einem deutschen Steuerberater, dann richten Sie die Struktur sauber ein, damit sie auch hält.

Häufig gestellte Fragen

Macht mich e-Residency zu einem estnischen Steuerresidenten?

Nein. e-Residency ist ein staatlich ausgestellter digitaler Ausweis, mit dem Sie ein estnisches Unternehmen online gründen und führen können; er verleiht weder Aufenthaltsrecht noch Staatsbürgerschaft noch Steueransässigkeit. Wenn Sie in Deutschland leben, bleiben Sie deutscher Steuerresident und werden dort mit Ihrem Welteinkommen besteuert.

Bleiben Sie doch Freiberufler oder GmbH? Dann übernehmen wir Ihre laufende Buchhaltung.

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Kann ich mit einer estnischen OÜ wirklich 0 % Steuer zahlen, während ich in Deutschland lebe?

In der Regel nein. Die 0 % gelten für thesaurierten Gewinn eines Unternehmens, das wirklich von Estland aus geführt wird. Führen Sie die OÜ von Deutschland aus, kann die deutsche Finanzverwaltung sie als in Deutschland geleitet behandeln und dort besteuern, und die Hinzurechnungsbesteuerung kann passiven Gewinn auch ohne Ausschüttung Ihnen persönlich zurechnen. Selbst in Estland sind die 0 % zudem nur ein Aufschub, keine Befreiung: Ausschüttungen werden mit 22 % besteuert.

Ist ein Freiberufler wirklich von der Gewerbesteuer befreit?

Ja. Freie Berufe zahlen nur Einkommensteuer, keine Gewerbesteuer. Gilt Ihre Tätigkeit dagegen als Gewerbe, sind Sie Gewerbetreibender und schulden Gewerbesteuer, wobei Einzelpersonen einen Freibetrag von 24.500 € erhalten und der Großteil davon auf die Einkommensteuer angerechnet wird.

Wie viel Steuer zahlt eine GmbH insgesamt auf ausgeschütteten Gewinn?

Rund 48 % bis 50 % auf vollständig ausgezahlten Gewinn. Die Gesellschaft zahlt zunächst etwa 30 % (Körperschaftsteuer 15 % + Soli 0,825 % + Gewerbesteuer 14 % bis 17 %), und die anschließend gezogene Dividende wird mit 26,375 % besteuert. Gewinn, der im Unternehmen bleibt, trägt nur die rund 30 % Unternehmensebene.

Was kostet eine estnische OÜ in Gründung und Betrieb?

Die Gründung kostet online rund 265 € Staatsgebühr über das e-Business Register, Stammkapital ab 0,01 €. Wiederkehrende Kosten für Nicht-Residenten sind typischerweise Geschäftsadresse und Kontaktperson (rund 200 bis 500+ € pro Jahr) sowie Buchhaltung (etwa 600 bis 2.400 € pro Jahr, je nach Volumen).

Was ist die Hinzurechnungsbesteuerung, und betrifft sie mich?

Die Hinzurechnungsbesteuerung nach dem deutschen Außensteuergesetz (AStG) rechnet niedrig besteuerte passive Einkünfte einer ausländischen Gesellschaft einem beherrschenden deutschen Gesellschafter zu und besteuert sie in Deutschland, auch ohne Ausschüttung. Ein Solo-Gründer mit 100 % Anteilen fällt darunter, und weil die Niedrigsteuergrenze inzwischen bei 15 % liegt, liegt Estlands 0 % auf thesaurierte Gewinne klar darunter – passive Einkünfte wie Zinsen, Lizenzgebühren oder IP-Erträge können so in die deutsche Besteuerung zurückgeholt werden.

Zahle ich als Freiberufler weiterhin deutsche Umsatzsteuer?

In der Regel ja, zum deutschen Regelsatz von 19 %, außer Sie erfüllen die Voraussetzungen der Kleinunternehmerregelung. Für 2026 bedeutet das einen Vorjahresumsatz von höchstens 25.000 € und einen laufenden Umsatz unter 100.000 €; solange die Befreiung gilt, stellen Sie keine Umsatzsteuer in Rechnung und geben keine laufenden Umsatzsteuervoranmeldungen ab.

Wann ist eine estnische OÜ für einen deutschen Gründer die richtige Wahl?

Wenn Sie wirklich mobil sind oder Deutschland verlassen, oder wenn Sie bereits echten Betrieb aus Estland führen. In diesen Fällen ist die OÜ eine legitime, reibungsarme EU-Gesellschaft mit 0 % Steuer auf reinvestiertem Gewinn. Die falsche Wahl ist sie, wenn Sie steuerlich in Deutschland ansässig bleiben wollen und lediglich hoffen, deutsche Steuer zu umgehen.

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